Wetten auf den Hunger

Wetten auf den Hunger

Tatsache ist, dass einige Spekulanten reich werden, wenn steigende Getreidepreise für Millionen Familien Hunger und Armut bedeuten. In Deutschland waren daher bis 2013 nach öffentlichen Kampagnen vieler Nichtregierungsorganisationen gegen das „Geschäft mit dem Hunger“ die meisten Finanzinstitute, mit Ausnahme der Deutschen Bank und der Allianz, aus direkten Spekulationen mit Agrarrohstoffen ausgestie- gen. Die Deutsche Bank warb im globalen Hungerjahr 2008 ausgerechnet auf Brötchentüten für ihren DB Platinum Agriculture Euro Fonds mit dem Spruch „Freuen Sie sich über steigende Preise?“. Sie gehört bis heute zu den führenden Lebensmittelspekulanten der Welt. Bestrebungen, gesetzlich wieder Mengenbeschränkung für einzelne Spekulanten einzufüh- ren und für mehr Transparenz zu sorgen, führten bisher zu keinem konkreten Ergebnis. In der von interessierten Kreisen intensiv beeinflussten theoretischen Diskussion gibt es keine Einigung. Preis- sprünge am globalen Markt wiederholen sich dagegen – samt den fatalen Folgen für die Betroffenen.
http://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/spekulation-mit-lebensmitteln.html
http://www.vox.com/2014/7/6/5874499/map-heres-how-much-every-country-spends-on-food
http://www.globaljustice.org.uk/resources/investment-banks%E2%80%99-revenue-food-speculation-2010-2012
http://www.srfood.org/images/stories/pdf/otherdocuments/20102309_briefing_note_02_en_ok.pdf